Feueratem oder Schädelleuchten (Kapalabhati)

Wie führst Du die Atemübung aus?

  • Atme zunächst in einem aufrechten Sitz ein paar Mal ganz tief und voll ein und aus. Lege schon mal eine Hand auf den oberen Bauch. Atme dann bequem ein, werde also nicht ganz voll mit Luft.
  • Stoße die Luft dann über die Nase kraftvoll aus und ziehe dabei das Zwerchfell nach oben und innen. (Das ist fast so, als würdest du dir die Nase schnauben.) Der Bauch geht dabei spürbar nach innen und unten und die Rippen sinken nach unten.
  • Eine kurze Einatmung folgt darauf ganz automatisch, darauf musst du keine Aufmerksamkeit legen. Sie kommt von ganz allein und der Bauch geht zurück in seine Ausgangsposition.
  • Stoße so den Atem 20- 50 Mal kraftvoll aus. Das ist eine Runde. Das Tempo kannst du selbst bestimmen, aber es sollte nicht zu langsam sein, sodass die Einatmung nur kurz und passiv erfolgt. Geübte Yogis können mit der Zeit gerne auf 100 Atemstöße erhöhen.
  • Achte währenddessen darauf, dass wirklich nur deine Bauchmuskeln arbeiten. Alles andere (besonders die Stirnfalten!) sollte ganz entspannt bleiben.
  • Nach jeder Runde atmest du die Luft vollständig aus, atmest wieder ein und hältst den Atem dann für einen kurzen Moment an (Antar Kumbhaka). Spüre in die neu entstandene Weite in dir und atme dann tief und vollständig wieder aus. Alternativ kannst du die Atempause auch in der Atemleere nach dem Ausatmen halten (Bahya Kumbaka).
  • Du kannst über mehrere Runden Kapalabhati üben, mache zwischendurch aber kleine Pausen. Die Länge und Anzahl der Runden kannst du nach ein wenig Übungszeit Stück für Stück erhöhen.
  • Achtung Taschentuchalarm! Es kann gut sein, dass durch Kapalabhati ganz direkt die Nase reinigt. Einfach ein Taschentuch bereithalten und loslassen. 

 

Wie wirkt Kapalabhati?

Die Pranayamas, die die Ausatmung betonen, wirken in der Regel beruhigend. Kapalabhati vitalisiert zwar, macht aber vor allem den Geist ganz leicht und klar. So erfährt man durch die Atemübung eine tiefe Ruhe. Deshalb eignet sich Kapalabhati nicht nur gut vor der Asanapraxis, sondern auch vor der Meditation. Aber die Übung ist auch toll in Stressmomenten, in denen das Gehirn völlig überflutet ist. Kapalabhati schafft hier wieder Platz.

 

Deshalb darf Kapalabhati in meinem morgendlichen Yogaprogramm nicht fehlen. Vorher mache ich eine Nasenspülung (Jala Neti), um den Reinigungseffekt von Kapalabhati besser zu spüren und besser Luft zu bekommen. Spätestens nach ein paar Runden bin ich hellwach und gleichzeitig ruhig im Geist. Bereit für den Tag, was auch immer da kommen mag!